Hungerstoffwechsel – Hilfe mein Hund nimmt nicht ab

VonDaniela

Hungerstoffwechsel – Hilfe mein Hund nimmt nicht ab

Wieder einmal das wöchentliche Update zum Thema „der Hund muss abnehme“. Wir befinden in Woche 4 und haben so mit Woche 3 hinter uns gebracht. Mit dem Drama auf der Waage ….

…. Lennox hat schon wieder zugenommen und steht wieder bei seinem Startgewicht. Ja sein Gewicht beträgt wieder 13,7kg und er hat wieder 200g zugenommen. Nach dem Warum habe ich den ganzen Morgen gesucht. Gefunden habe ich nichts, was es erklären würde. Rein rechnerisch war der Energiewert gut. Die Bewegung war super. Also warum geht das Gewicht nach oben?

Ist es ein Drama? Nein wir ändern nun die Strategie. Die Nächste Woche wird spannend, denn ich haben eine Verdacht …

Hungerstoffwechseln beim Hund – ja das gibt es auch.

Ich habe akribisch Futtertagebuch geführt und wirklich vieles abgewogen und großzügig getrackt. Die Aktivität habe ich hochgefahren, um die Fettverbrennung und den Stoffwechsel anzuregen bzw. auf Touren zu bringen.

Bei der Nahrung habe ich auf die Energie geachtet und das die Deckung der Nährstoffe passt. Die Umstellung in einer Diät greift nun auch nicht wirklich so schnell. Aber an eines habe ich nicht gedacht: den „eingeschlafenen“ Stoffwechsel. Nein natürlich ist er nicht eingeschlafen, sondern er ist in eine Art Notfallplan gegangen. Das Phänomen ist als „der Hungerstoffwechsel“ bekannt. Bei Menschen wird sehr häufig vor diesem Zustand gewarnt. Bei unseren Tieren ist diese noch nicht so der Fall. Es wird immer darauf gedrängt, dass das Tier dann halt weniger und noch weniger zu fressen bekommt.

Das kann nicht funktionieren.

Warum sich der Stoffwechsel verlangsamt …

Hungerstoffwechsel (in der Wissenschaft als „adaptive Thermogenese“ bekannt) wird die Umstellung des Stoffwechsels bei Nahrungsmangel bezeichnet, z. B. beim Fasten (mit der Extremform Null-Diät) oder bei Magersucht. Die Umstellung des Stoffwechsels bewirkt ein Absinken des Kalorienverbrauchs.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerstoffwechsel

In meiner Rechnung hatte ich eines vergessen: Ich habe den Terrier schon länger kurz gehalten.

Als der Große noch lebte, gab es so viel nebenbei, dass ich die Hauptfuttermenge schon drastisch reduziert hatte. Der Körper hatte sich vermutlich schon da umgestellt, dass es zu wenige Kalorien gibt. Damit speichert nun der Organismus alles, was er an Energie bekommen kann. Besonders Fett wird gespeichert und verdrängt die Muskeln. Was nun wiederum bedeutet, dass bei der erhöhten Bewegung selbige eher abgebaut statt aufgebaut werden, weil Fett nämlich für schlechte Zeiten gespeichert wird.

Die Regulation von allem steht in einem engen Zusammenhang mit dem Nervensystem. Der Hund möchte halt überleben und braucht die Reserven. Also müssen wir nun an dieser Stelle der Diät umdenken.

Erhöhen wir das Nährstoffangebot und die Futtermenge!

An dieser Stelle sehe ich jetzt ganz viele Fragezeichen aufblitzen.

Eine Reaktion die ich durchaus verstehen kann. Immerhin ist ja das Ziel für die Diät, das der Hund Gewicht verlieren soll. Ja das ist der Sinn und Zweck von Diäten. Die Ernährung möglichst so umzustellen, dass in den besten Fällen beispielsweise die Mengen in der Fütterung sinken und damit auch das Gewicht.

Wenn aber eines der Symptome bei einem verminderten Nährstoffangebot des Hundes ist, dass er zunimmt, würde auch Fasten nicht mehr viel bringen. Mal davon ab, dass es nicht so toll für die Nieren wäre, würde der Hund sofort wieder zunehmen.

„Wenn dein Hund abnehmen soll, muss er ordentlich fressen!“

von Dr. Franz Spitzer | Nov 18, 2019

Dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf. Der Körper braucht Energie. Das sage ich meinen Klienten immer wieder. Bei mir selbst habe ich es dann vergessen. Nun haben wir den Salat, den sprichwörtlichen.

Das Limit anders setzen

Um Lennox nun aus dem Kreislauf zu holen, darf er dieses Woche ruhig etwas mehr futtern. Die Aktivität halten wir im selben Level. Die Runden sind für die kurzen Beinchen sehr moderat. Dazu laufen wir ja nicht auf Zeit. Später werden wie die Aktivität nicht nur in der Länge der Runde erhöhen, sondern auch in der Geschwindigkeit. Die Intensität in den Pulszonen kennen wir ja auch von uns Menschen. Diese können wir auch bei unseren Tieren nutzen.

Schauen wir, was unser Kühlschrank da noch so an gesunden Sachen hergibt. Denn es sollten nun nicht nur Leckereien geben, die kaum gute Nährstoffe haben. Aber naturnahes Futter sind schon okay. Dazu selbstgekochte Rationen mit gesunden KH und Ballaststoffen.

Zu weit über seinen Bedarf sollte es dann auch nicht sein. Denn wir wollen ja nicht, dass der Hund noch mehr zunimmt. Aber der Körper muss erst einmal erklärt werden, dass er genug zu futtern bekommt und kein Grund besteht, sich Reserven anzulegen. Wenn wir dieses in der nächsten Woche schaffen, dann haben wir viel erreicht und einen guten Grundstein für den weiteren Weg gelebt.

Aus dem Grund wird also trotzdem weiterhin gewogen und Protokoll geführt. Aber eben nicht mehr so streng auf die Grenze geschaut.

Hungerstoffwechsel - Bewegen ist wichtig

Ordentlich fressen und Bewegung – der Weg aus dem Hungerstoffwechsel beim Hund.

Cheatday und Co

Ich sage immer wieder, dass so ein Tag wichtig ist. Dieser Tag hat – ich glaube ich wiederhole mich – viele Namen.

  • Cheatday
  • Refillday
  • Auffülltag
  • Jokertag
  • Reservetag

Im Grunde ist es völlig egal, wie der Tag heißt, auch wenn es ständig – zumindest bei uns Menschen – zu Diskussionen führt, wie der Tag nun heißt und was der Unterschied ist.

Ich glaube auch da wiederhole ich mich: Alle Namen, in allen Konzepten, haben ein und das selbe Ziel in der Ernährung oder Diät: Dem Körper Nährstoffe zu geben, die ihm über die Woche vorenthalten wurde.

Sozusagen den Organismus austricksen. Er soll eben im Glauben bleiben, dass er immer genug bekommt und keine Reserven anlegen muss. Wenn nun alles so läuft, wie ich es mir vorstellen, dann werde ich anfangs zwei solche Tage einplanen.

Ich weiß, dass ich mit dem Problem nicht alleine bin …

Zur Zeit bin ich mit dem Thema nicht nur bei meinem Hund konfrontiert, sondern habe noch einen Plan auf dem Tisch, wo es so ähnlich sein wird. Ein Plan, der nach besten wissen und gewissen erstellt wurde. Nach den Werten müsste der Hund auch abnehmen. Tut er aber nicht.

Ich stand kurzfristig – sozusagen – im Wald und habe diese vor lauter Bäumen nicht gesehen. Tagelang habe ich gegrübelt, wie ich am besten einen Plan schreiben soll. Heute viel es mir wie Schuppen von den Augen.

Wie bei uns auch muss der Hund nicht weniger und noch weniger bekommen, sondern tatsächlich mehr. Ich freu mich schon auf das „Gespräch„, wenn ich das sage.

Auch sonst lese ich sehr häufig – ja das wurde mir auch erst heute bewusst, wie ich über das „warum hat der Hund zugenommen“ nach gedacht haben: Mein Hund bekommt schon so wenig zu fressen und nimmt trotzdem nicht ab. Manchmal nehmen die Hund sogar zu.

Durchaus kommt das Problem auch mit teurem Diätfutter vor. Die Verzweiflung ist oft schon sehr groß. Eigentlich möchte niemand einen „fetten Hund“ oder setzt ihm bewusst dem Risiko für Erkrankungen aus. Dumm ist dann nur, dass die Demotivation durch so etwas gefördert wird. Häufig wird diesen Menschen dann an vielen Stellen eine Kontrolle der Schilddrüse angeraten.

Auch im Bekanntenkreis habe ich – jetzt mal so darüber nachgedacht – an zwei Stellen dieses Problem. Auch dort heißt es immer: der frisst so wenig und nimmt trotzdem weiter zu. Ich war immer davon ausgegangen, dass die Beifütterung etwas zu gut gemeint war und der Hund darüber zu den überschüssigen Kalorien gekommen ist. Eben falsch gezählt, wie es ja häufig das Problem ist.

Der Tierarzt in der Gewichtsreduktion?

Ja häufig wird in diesem Zusammenhang der Tierarzt vergessen. Vielleicht geht man noch in die Praxis, um den Hund regelmäßig zu wiegen. Aber nach Erkrankungen schaut man dort weniger. Dabei kann es dort auch verschiedene Ursachen geben.

Schilddrüse wäre ein Grund. Leider wird die Schilddrüse viel zu oft genannt und damit ist sie zu einen ein Organ, welches sehr oft Fehldiagnostiziert wird und das bin beide Richtungen. Aber es gibt noch mehr.

Wenn das Trinkverhalten gestört ist zum Beispiel kann das Gewicht hochgehen und der Hund ein höheres Gewicht durch Wassereinlagerungen haben.

Bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Kortison, haben eine Gewichtszunahme als Grund. Das kann auch mal bei einer kurzfristigen Gabe das Gewicht nach oben korrigieren. Meist geht es wieder runter, wenn die Medikamentengabe abgesetzt wird. In einer Dauergabe muss man eventuell die Fütterung anpassen.

Das Darmbiom

Eine Dysbiose wäre meine letzte Möglichkeit, wenn bei einer Diät so wirklich gar nix geht und alles irgendwie in die falsche Richtung geht.

Ein sogenannter Darmfloratest wäre eine sehr gute Möglichkeit, die Besiedelung des Darms zu überprüfen und zu schauen, welche Bakterien in welche Zahl vorhanden sind.

Diese Bakterien gehören dahin. Auch die, die als Krankheitserreger gesehen werden. Sie sind in einer bestimmten Zahl immer vorhanden. Nur wenn sie sich zu sehr vermehren, dann können sie zu einem Problem werden.

Es gibt dort eben Darmbewohner, die meines es zu gut und sorgen dafür, das der Hund – auch der Menschen – eher moppelig ist. Genauso wie es welche gibt, die verhindern, dass man zunimmt. Alle gehören eben mit in den Stoffwechsel und seine Vorgänge.

Wie geht es weiter?

Hoffentlich besser als die letzten beiden Wochen. Sie haben mich da schon etwas frustriert. Lennox war wahrscheinlich genauso genervt. Mein Schrittziel war die gesamte letzte Woche übertroffen. Dieses ist auch mein Ziel für diese Woche. Das ewige Rechnen hat mich wirklich nerven gekostet. Mal einen Tag zu viel, am nächsten Tag wieder darunter – alles super …

Dann der Schreck auf er Waage. Nicht lustig.

Davon lasse ich mich nicht abhalten. Wäre ja auch doof. Wie soll ich für andere ein Vorbild sein und Ihnen Mut machen, wenn ich selbst schon direkt die Flinte ins Korn werfe. Ich habe halt etwas nicht bedacht und was vergangenes übersehen. Das ist kein Drama.

Jetzt kann es nur besser werden und wir können eigentlich nur noch gewinnen. Also volle Kraft voraus und weiter gehts im Irrenhaus. Ein Chaka und lets go. Gehen wir halt über Los und nicht ins Gefängnis.

Nächste Woche sprechen wir dann über Bewegung in der Gewichtsreduktion. Sie ist ein wichtiger Faktor und auch bei Katzen wichtig. Es ist aber auch ein Punkt, an dem sich alle schwer tuen, das richtige Mass zu finden. Gerade bei Übergewicht leiden die Gelenke und Organe, welche wir aber nicht noch zusätzlich überlasten wollen.

Über den Autor

Daniela administrator

Jahrgang 1974 Ausbildungen zum: - THP - Tiertherapeut - Naturheilkundeberater - Bachblütenberater - Ernährungsberater Hund und Katze Ansprechpartner für: - Thermomix - Emmi Ultrasonic (EmmiPet, EmmiDent, EmmiSkin - AniFit.

    Daniela Schurig - Ernährungsberatung / Ernährungsoaching
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