Wissenschaft vs. Meinung

VonDaniela

Wissenschaft vs. Meinung

Gerade auf Facebook diskutiert man leidenschaftlich. Die Themen sind dort oft erst einmal egal. Aber eines ist sicher:

Es kollidieren immer Wissenschaft und Meinung.

Gerade in der Ernährung des Hundes ist es so, dass ein Mythos als Meinung – auf wissenschaftlicher Basis – vertreten wird. Eine wissenschaftliche Argumentation – welche diesen Mythos – widerlegt, wird dann aber als Meinung betitelt, von der man nicht abweicht.

Schauen wir uns mal einige dieser Mythen genauer an.

Wissenschaftlicher Unterschied zwischen Carnivora und Karnivore

Hier ist es nur eine Kleinigkeit die aber rein von der Definition schon eine große Wirkung ausmacht.

Der Hund stammt vom Wolf ab und ist deswegen ein Carnivora.

Das ist sogar richtig. Nur besagt dieser Satz, dass der Hund vom Wolf abstammt und ein Raubtier ist. Carnivora ist der wissenschaftliche Begriff für Raubtier. Wenn man aber sagen möchte, dass der Hund vom Wolf abstammt und ein Fleischfresser ist, dann wäre das richtige Wort „Karnivore“. 

Ganz davon ab, dass weder Wolf noch Hund reine Karnivoren sind, im Gegensatz zur Katze. Hunde sind schon lange Omnivoren eingestuft. 

Hunde und Fleischberge

Sind Hunde reine Fleischfresser? Viele Hundehaltern meinen, dass Hunde mindesten 70 – 80% Fleisch benötigen. Sie leiten es aus einem hohen Proteinbedarf ab.

Die Wissenschaft hat aber bereits festgestellt, dass Hunde ihren Proteinbedarf mit deutlich weniger Fleisch decken können. Gerade in den verschiedenen Diskussionen – auch in meiner ABAM – Gruppe – wird dieses Thema immer wieder heiß diskutiert.

Selbst bei Fertigfuttermittel wird immer wieder der Fleischanteil mit Proteinen gleichgesetzt. Hier ist es aber so. Das Fleisch nicht gleich Protein ist. Sehr fettes Fleisch enthält weniger Proteine, als ein mageres. Dafür enthält fettes Fleisch mehr Energie.

Wissenschaft

In der heutigen Zeit und in der momentanen (März 2022) Preisentwicklung sollten wir den Punkt viel oder weniger Fleisch einfach mal mehr Gewichtung zukommen lassen. Viele Futtermittel sind im Handel gerade gar nicht oder nur schwer zu bekommen.

Ein Punkt in diesem Zusammenhang ist, dass sich die Ernährungsgewohnheiten von uns Menschen verändert haben. Wir verzehren weniger Fleisch und damit wird weniger geschlachtet und es fällt weniger für die Futtermittelindustrie (zu der auch die BARF – Händler gehören) ab.

Genau genommen beginnt gerade ein Prozess, in dem unsere Hunde zu unseren Nahrungskonkurrenten werden. An dieser Stelle müssen wir also beginnen umzudenken. Ein Prozess der Zeit benötigt, denn viele Menschen fällt es schwer zu glauben, dass Hunde Omnivore in der Ernährung sind. Hund

Mythos Getreide in der Hundeernährung

Der Hund kann mit Getreide im Futter nichts Anfangen oder diese verdauen? Auf der Seite Dog-Feeding.de findet man einige interessante Artikel zu diesem Thema. Unter anderem auch etwas, was sich mit dem Thema „Hund Amylase“ beschäftigt.

Vielleicht sind nicht alle Getreide Arten gleichermassen gut, aber Hunde können – wie wir Menschen – aus Getreide einen sehr guten Nutzen ziehen. Es macht eigentlich – ernährungsphysiologisch – keinen Sinn, darauf zu verzichten. dieses sind dann eher ideologische Gedankengänge.

Epigenetisch und Nutrigenomik

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Dieses Buch kann ich jedem interessierten nur empfehlen. Für Ernährungsberater und die, die es werden wollen, sollte es zur Pflichtlektüre gehören. Ich blättere oft in diesem Werk. Gerade bei Erkrankungen kann es einem noch einmal einen tieferen Einblick und noch mehr Verständnis geben.

Leider wird auch dieser Zweig der Wissenschaft noch viel zu wenig beachtet. Meiner Meinung nach zu unrecht. Denn zeigt uns doch diese, wie weit sich unserer Hunde von den Wölfen entfernt haben.

Sind Hunde Aasfresser?

Im Grunde ja. Die Wölfe sind es auch. Zwar jagen beide Gattungen auch aktiv. Aber sin sein dann dann schon „faul“. Eine Jagd benötigt viel Energie und geht durchaus an die Reserven. Wenn Hunde nicht wirklich zum überleben jagen, sich mit Aas und Abfällen zufrieden geben, warum vergleichen wir diese noch mit den Wölfen?

Die Pizzahunde – ein Beobachtungsprojekt von Bloch – hat an dieser stelle schon sehr tiefe Einblicke in die Ernährung von verwilderten Haushunden gegeben. Auch andere Forschungen auf der ganzen Welt zeigen dort ähnliche Ergebnisse.

Hunde sind genügsam

Ich sage es immer wieder:

Hunde haben einen Bedarf an Nährstoffen und nicht an Lebensmittel. 

Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander, obwohl die Wissenschaftler uns klare Linien gegeben hat. Ich trete den Beweis mit einer rechnerischen Deckung der Nährstoffe mit verschiedenen Lebensmittelkombinationen immer wieder gern in der Rationsberatung an. Ich zeige, dass eine Nährstoffdeckung durchaus auch bei vegetarischen/veganen Rationen möglich ist.

Gerade in diesem Teil der Gespräche trifft man immer wieder auf massive Wiederstand. Die Ernährung der Hunde wird in Prozenten angegeben. Dies ist erst einmal nicht grundlegend falsch. Allerdings in ist jeder Hund absolut individuell zu betrachten.

Hier sollten man auf die Rasse und deren Ursprung genauso schauen wir auf das Gewicht oder den Body Condition Score (ähnliche dem BMI). Ebenso ist das Leben des Hundes wichtig – also seine Aktivität und seine Umwelt beziehungsweise Aufgabe.

 

Meine persönliche Meinung im Fazit

Ich bevorzuge eine Mischfütterung. Genau genommen einen abwechslungsreiche Vollwertkost. Sie sollte so frisch und so wenig verarbeitet wie möglich sein und darf gern sehr regional und saisonal sein. Nicht nur für den Hund, sondern auch für uns Menschen.

Ich kann mich nicht auf eine Fütterung festlegen. Gerade in der Beratung gibt es keine Geheimnisse.  Es sei denn, man möchte gezielt Produkte verkaufen und hält sich blind an die Schulungsunterlagen. Die Menschen werden aber immer wacher, was die Ernährung ihrer Vierbeiner angeht. Sie beschäftigen sich immer mehr mit den Auswirkungen ihrer Fütterung auf die Gesundheit und die Umwelt.

Es ist ein Prozess der etwas dauert. Die Gruppe der Vegetarier und Veganer wächst erst in den letzten Jahren sehr rasant, obwohl es sie schon seit vielen Jahrzehnten gibt. Waren sie früher eine kleinen Gruppe die belächelt wurde, macht sie heute ein nicht zu verachtendes Marktsegment aus. Aus einem Fach im Supermarkt wurden ganze Regale oder Kühlschränke.

Wenn wir nun noch einige Jahre warten, wird sich das Bild in der Hundeernährung noch einmal um ein großes Stück verändert haben. Eben auch, weil es Menschen gibt, die unermüdlich forschen und hier immer wieder neue Zusammenhänge aufzeigen.

Meine Jungs haben und hatten ein stolzes Alter. Also muss ich mit meiner Fütterung und der Gesundheitsvorsorge einen großen Teil richtig gemacht haben. Es hat mich Lehrgeld gekostet und das nicht nur in Form von Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung und Literatur, sondern auch von schlaflosen Nächten, wenn es mal wieder Durchfall oder Bauchgrummeln gab.

Ich gebe meine Erfahrung gern weiter, auch wenn ich in so mancher Diskussion ziemlich angegangen werden. Dies sagt aber deutlich weniger über mich aus, also über die Personen, die einer sachlichen Diskussion auf Augenhöhe ausweichen und „pampig“ werden.

Mich kann man mit persönlichen Anfeindungen selten treffen. Es sei denn es geht sehr tief in den Niveaulimbo und unter die Gürtellinie. Das kommt in letzter Zeit relativ selten vor und wenn dann sind es wirklich Personen, welche mit einem Zylinder auf dem Kopf noch aufrecht unter der Grasnarbe durchgehen können.

Im Grunde mag ich es einfach in der Fütterung und denke, dass wir uns etwas auf die Fütterung von vor ca. 100 Jahren besinnen können. Zu dieser Zeit gab es tatsächlich bereits industriell gefertigtes Hundefutter. Dazu gab es die Reste vom Tisch. Wenn man auf den Land wohnte und schlachtete, gab es auch noch das was übrig blieb (und das war nicht viel). Im Grunde wurde das Schlachttier von der Nase bis zum Schwanz verbraucht.

Im manchen Ländern gab es tatsächlich nur Getreidebrei zu fressen. Auch dort gab es sehr gesunde und leistungsfähige Tiere.

Es ist alles gar nicht so schwer. Dieses Wissen über die Einfachheit ohne dogmatische Glaubenssätze gebe ich natürlich auch gern weiter. Das Buch Clean Feeding* hilft dabei allerdings auch.  Ich finde es sehr lesenswert. Im Gegensatz zu anderen Büchern die immer gern empfohlen werden, um dogmatische Ansätze zu vertreten und einen Mythos zu verbreiten.

 

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Über den Autor

Daniela administrator

Jahrgang 1974 Ausbildungen zum: - THP - Tiertherapeut - Naturheilkundeberater - Bachblütenberater - Ernährungsberater Hund und Katze Ansprechpartner für: - Thermomix - Emmi Ultrasonic (EmmiPet, EmmiDent, EmmiSkin - AniFit.

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    Daniela Schurig - Ernährungscoach