Kreative Handarbeiten

Ich ärgere mich, wenn ich sehe, wie manchen Menschen mit der Arbeit andere umgehen. Kreative Handarbeiten sind oft mehr als ein Hobby. Dieser Beitrag spiegelt einzig und allein meine Erfahrung und meine Meinung wider.

Da wird gemeckert, dass die Anleitungen kostenpflichtig sind. Man regt sich darüber auf, dass man Verständnis dafür hat, dass ein einem Wollknäuel eben auch mal Fehler sind. Zusätzlich diskutiert man immer wieder die rechtlichen Bestimmungen.

Das ist im Grunde harmlos. Grässlich wird es, wenn sich die Menschen gegenseitig angehen.

Facebook mit seinen Gruppen ist fesselnd.

Kreative Handarbeiten

Anleitungen

„Es gibt doch im Internet alles für umme, warum soll ich mir da was kaufen?“

Diese Antwort bekam ich, als ich darauf hinwies, dass eine Anleitung komplett im Buch „Wilde Handschuhe, freche Socken“* zu finden sei. Im Weiteren wurde mitgeteilt, dass man kein Buchtyp sei. Es sei auch egal, wer der Designer sei, denn auf Pinterest hätte man ja das Muster kostenlos. Der Rest ist dann eben etwas anders.

Im weiteren Verlauf wurde darauf hingewiesen, dass Wolle nun schon teuer genug sei.

kreative Handarbeit Socken Stricken

Es gibt Kaufanleitungen und Menschen, die diese kaufen, dann aber nicht mit den Charts zurecht kommen. Sie möchten dann gern, dass jemand die Anleitung nimmt, einige Maschen verändert und ein YouTube – Video davon machen kann. Alle Tipps und Hilfeangebote wurden ziemlich unfreundlich abgewunken. Danach hatte man nämlich nicht gefragt. Eine der häufigste Tipp war, den Kundenservice von Hobbii* oder den Designer zu kontaktieren und dort um Hilfe zu bitten.

Im Zusammenhang mit einer Frage, zeigte ich eine meiner Decken. Es gab Bewunderung. Als ich – auf Nachfrage – eine Link zur Anleitung teilte, kam, was kommen musste.
„Das ist eine zahlungspflichtige Anleitung. Sehr schade!“
Ernsthaft? Ich saß geschätzt 3 Monate an dieser Decke. Wenn das Arbeiten nach einer Vorlage schon so lange dauert, wie viel Zeit wohl ein Designer investiert, um selbige zu erstellen?

„Würde gern „xyz“ stricken, allerdings möchte ich nicht das ganze Set kaufen. Habe noch soviel Wolle zu Hause, die ich erstmal verwenden möchte. Mag wer Anleitungen tauschen?“

Auf den Vorlagen gibt es einen Passus, der genau das nicht erlaubt. Auch nicht die Kopie. Die meisten dieser Schriften werden digital vertrieben und eine Weitergabe wäre eine Vervielfältigung.

Schaut man sich im Netz um, gibt es viele Anleitungen, die kostenlos angeboten werden. Oft wird man dort auch fündig, wenn man wirklich nichts ausgeben möchte.

Immer wieder habe ich eine Idee im Kopf. Im Netz suche ich nach meiner Idee. Mit glück finde ich eine kreative Anleitung. Wenn nicht, versuche ich es zu entwickeln. Das ist zeitaufwendig. Wenn ich also etwas erstelle und Stunden, Tage oder auch Wochen mit der Entwicklung verbringe, dann ist es gerecht, wenn ich mir die Zeit bezahlen lasse. Niemand arbeitet umsonst.

Handarbeitsanleitungen erstellen ist kreative Arbeit und ich finde es nur fair, wenn diese dann bezahlt wird. Es ist verständlich, dass niemand das Rad neu erfindet.

 

Urheber, Rechte, Copyright in der Handarbeit?

Ich kann mich an eine sehr herzhafte Diskussion erinnern, in der behauptet wurden, dass eine Handarbeitsanleitung nicht durch das Urheberrecht geschützt wäre. Ebenso eine Anleitung wie man einen Stuhl repariere nicht geschützt sei. Weil Wissen alle gehöre.

Auf meine Frage, ob ich dann das Schriftstück kopieren, mit neuen Bildern und Diagramme bestückt, straffrei als meine ausgeben kann, wurde ich blockiert.

Stelle wir das Thema bildlich dar. Die Formulierungen, die Fotos, Tabellen und Diagramme, welche ich in dem Zusammenhang erstelle, haben einen Schutz. Denn diese habe ich erstellt. Eine Schutzrechte hat das Werkstück, welches aus der Vorlage erstellt. Ich habe keine Ansprüche, wenn jemand die Vorlage nimmt und diese verändert und darüber ein neues Werkstück erstellt.

Zwar kann ich sagen, dass die Anleitung und die daraus entstehenden Werkstücke ausschließlich für den privaten Gebrauch gedacht sind. Dieses Recht am Ende durchzusetzen wird schwierig. Es gibt zwar Mittel und Wege, allerdings sind diese auch etwas kostenintensiv.

Anders sieht es aus, wenn ich eine Marke angemeldet habe. Dann genießen die entstehenden Werkstücke einen gesonderten Schutz, welcher sich aus dem Markenrecht ergibt. Dies kostet zusätzlich.

Inspirationen kann man sich viele holen. Wie man mit dieser umgeht, hängt von vielen Faktoren ab.

 

Von Sekten und Jüngern…

Fehler in der Wolle. Knoten, Rapportfehler oder falsche Farbverläufe kommen immer wieder in Garnen vor.

Ist es normal? Ja! Es sollte nicht die Regel sein. Diese Problemchen treten bei allen Herstellern auf. Der Preis spielt dort keine Rolle. Je nach Menge von Knoten, ist es noch nicht einmal ein Grund zur Reklamation. Hierzu gibt es gerichtliche Urteile, welche festlegen, wie viele Knötchen man dulden muss.

Bei Fehlern im Rapport oder im Farbverlauf hängt es vom Hersteller oder Händler ab, wie kulant sich dieser zeigt. Meist zeigen sich diese hier eher großzügig.

Wer sagt, dass hier der Profit im Vordergrund steht und dass es eine Frechheit sei, sollte sich mit der Produktion beschäftigen. Man hat gar nicht die Zeit, auf der Spule nach dem passenden Rapport oder Verlauf zu suchen. Die wird gewechselt, verknüpft und fertig. Es sind oft nur wenige Sekunden Zeit, die Fäden wieder zu verknoten.

Wenn man sieht, wie schnell die Garne an einem vorbeischwirren, wird einem schwindlig. Es ist eine Arbeit wie am Fließband. In der Qualitätskontrolle sieht man nicht, ob es Fehler im Rapport oder im Farbverlauf gibt. Diese sieht man meist erst bei der Verarbeitung. Knoten kann man vielleicht noch aufspüren, wenn das Knäul etwas gedrückt oder gezogen wird. An dieser Stelle kann es auch nur stichpunktartig durchgeführt werden.

Beim Kauf – wenn im Laden gekauft wird – ist es möglich die ersten Schichten im Garn auf Knoten zu überprüfen. Jeder Ladenbesitzer wird sich bedanken, wenn man im Laden beginnt das Wollknäul umzuwickeln und es dann nicht kauft.

Meist tritt es in Gruppen zu bestimmten Händlern (HobbiI*, Buttinette) oder bei Herstellern (Opal, Schachenmayer, ProLana) auf. Irgendwann kommt ein User, der seiner Meinung freien Lauf lässt, dass ihm die „Sektenanhänger … ankotzen“. Der nächste wirft dem Hersteller/Händler Profitgier vor und schimpft über den Kapitalismus. „Es ist nicht normal, bei anderen ist es ja auch nicht“ ist auch ein häufig verwendetes Argument.

Ich hatte bereits Fehler in meiner gekauften Wolle. Es gab kein Hersteller oder Distributor der dort in der Häufigkeit aufgefallen wäre. In meiner Sammlung gibt es dessen ungeachtet ausblutende Wolle. Das ist nicht schön, wenn man es nicht vor der ersten Wäsche mitbekommt. Das kann alles verfärben.

Man darf aber an der Stelle nicht vergessen, dass gerade die, die am lautesten Schimpfen, bei Geschenken immer ganz vorne sind.

Das wöchentliche Hobbii* – Bingo ist da ein gutes Beispiel. Dort wird zwar genauso gemeckert und geschimpft. Es wird gemutmaßt, dass es gar keine Gewinne gäbe, obwohl die Gewinner diese zeigen. Ich habe am Anfang einmal gewonnen. Dann wird gemeckert, weil die Bonis an Bestellwerte gebunden sind oder das man für Gratisbeigaben etwas für einen Betrag x bestellen muss und des dann ja kein geschenkt mehr sei. Ach ja die Moderatoren quatschen auch viel zu viel.

 

Verkauf und was kann man nehmen?

„EBay macht uns die Preise kaputt“

„Wenn du keinen Gewerbeschein hast, darfst du dir nur die Wolle ersetzen lassen, aber nicht mehr.“

„Du brauchst ein Gewerbe, sonst darfst du gar nichts verkaufen!“

Verkauf und Verdienst sind ebenso immer wieder spaßige Diskussionen. Fakt ist, dass man eine Grenze für Privatverkäufe hat. Sonst dürfte man keine Gegenstände aus dem eigenen Haushalt verkaufen, was man nicht mehr benötigt.

Ob ich etwas herstellen darf, um es verkaufen, ist von verschiedenen Faktoren ab.

Habe ich eine Wolle, welche mir im Anschluss nicht mehr gefällt, kann ich das Stück verkaufen. Der Verkauf, war nicht von Anfang an geplant. Wenn ich nun aber direkt zehn Stück einer Art herstelle, diese alle verkaufe und das regelmäßig wiederhole, sollte ich über ein Gewerbe nachdenken. Auf jeden Fall wäre eine Buchführung sinnvoll. Denn so kann man schauen, ob aus einer Liebhaberei ein Geschäft entsteht.

Ein wichtiger Punkt ist: Will ich mit der Arbeit Geld verdienen und Gewinn machen oder steht das Hobby im Vordergrund. Mit einer Gewerbeanmeldung ist es im Übrigen nicht getan. Die Handwerkkammer möchte in diesem Zusammenhang eine Meldung. Einer Versicherung mit Produkthaftung wäre nützlich. Bei Kleidung und Figuren gibt es weitere Stolpersteine.

Was die Preise angeht…

Handarbeit ist „undankbar“. Einen wirklichen Stundenlohn kann man nicht abrechnen. Wenn ich für eine Decke 200 Stunden brauche, wäre das ein Preis, der mir zwar gefallen würde. Diesen gerechten Preis wir jedoch niemand bezahlen.

Viele Menschen möchten gern etwas hergestellt haben, aber es sollte nach Möglichkeit nichts kosten.

Manche Menschen sind überrascht, wenn man den Preis für die Materialien benennt. Soviel geben die meisten nicht einmal für einen fertigen, gekauften Pullover – als Beispiel – aus. Neben der Wolle, hätte man außerdem Strom und Gas. Vielleicht noch die Gebühren für die IHK, HWK, Versicherung und Krankenkasse. Die Steuern kommen obendrauf. Rücklagen nicht zu vergessen.

Bedeutet in der heutigen Zeit sollten die Preise wenigstens Wolle mal 2 besser x3 betragen.

 

Kreative Handarbeiten

 

Bodyshaming, Mobbing und vieles zwischen menschliche…

Manchmal sehe ich Bilder, wo ich mir meinen Teil zu denke. Hin und wieder gebe ich einen Tipp, wie man es besser machen könnte.

Nicht selten wird dann über die Figur hergezogen, dass ein Stück für das Alter unangemessen sei oder die Farben/Farbkombination einfach nur schrecklich sind.

Fragen beantworten ist meist ein Tanz auf dem Drahtseil.

Menschen können gemein sein. Im Grunde kenne ich dieses bereits seit meiner Kindheit. Man kann an solchen Kommentaren wachsen oder zerbrechen.

In den letzten Jahren hat das „vergreifen“ im Ton schon sehr zugenommen. Die Zündschnüre sind zum Teil sehr kurz. Viele fühlen sich schnell angegriffen. Der Niveaulimbo ist der neuste Sport.

Wenn jemand sein Hobby aufgibt oder nicht gebrauchtes verschenken möchte, sind diese Stänkernasen die ersten die sich melden. Eigentlich generell, wenn es etwas umsonst gibt. Gern melden sich diese auch bei den Kal´s, Cal´s oder Testarbeiten. Sie sind hier und da bei den Wichtelaktionen zu finden. Sie freuen sich über ihren Wichtel, aber sind oft die, die nichts verschicken.

 

Macht es Sinn, sich zu ärgern?

Nein! Definitiv nicht. In der Situation ist es wahnsinnig ärgerlich. Meist ärgere ich mich über mich selbst, weil ich mich auf diese Diskussionen eingelassen habe. Da ist Zeit verplempert, die ich für meine Handarbeiten verwenden könnte.

Ich kann Spinnen, so weiß ich, wie schwierig es sein kann und wie zickig Fasern und fertig Garne sein können. Aus dem Grund habe ich Verständnis für Fehler in gekaufter Wolle.

In der Verarbeitung meiner Garne kann ich weben, häkeln, stricken, sticken, knüpfen und vieles mehr. Aus diesem Grund bin ich immer wieder bereit, den Designern zur Hand zu gehen oder sie mit einem Kauf zu unterstützen. Sollte ich jemals eine Anleitung erstellen, hoffe ich ebenso auf Unterstützung.

Ich freue mich, wenn meine gezeigten Werke gefallen. Konstruktive Kritik nehme ich gern an. In meinem Alter – und nach vielen Jahren in der Handarbeit – lernt man immer noch dazu. Im letzten Jahr habe ich etwas zur Farbdominanz gelernt oder das Mosaikhäklen. In diesem Jahr das Ladderback, oder verschiedene Anschläge und Fersen für Socken.

Ich bevorzuge einen gemütlichen Kaffeeklatsch zum Thema: Kreative Handarbeit. Im Grunde haben wir doch alle eines gemeinsam, nämlich das Hobby. Was gefällt oder eben nicht, ist so vielfältig, wie die Menschen. Jeder bevorzugt seine Werkzeuge, seine Hersteller, seine Farben oder die Anleitungen. Niemand kann an dieser Stelle sagen, was besser oder schlechter ist.

Nur weil etwas ärgerlich ist, geht die Welt nicht unter. Manchmal ist es nicht schön. Ja manchmal muss man sich Luft machen. Danach ist dann wieder gut.

Ich werde mich wieder in „52 Wochen Socken stricken“* vertiefen und sorge für kuschelig warme Füße. Höre dabei ein Hörbuch oder schaue eine Serie. Warte auf die nächste Buchung für einen Anleitungstest. Überlege, was ich euch hier an dieser Stelle zeigen könnte.

Auf meiner ToDo – Liste stehen sind abwechslungsreiche Projekte vorrätig. Zuerst werde ich die Elefantendecke fertig machen. Diese benötigt immer noch einen Rand. Dann sind da Pullover, Tücher, Seelenwärmer etc.

Das Jahr hat erst angefangen. Eventuell ist die Stimmung unter den Menschen noch der Rest vom Weihnachtsstress, Energiekriese und Winterblues. Mit der Sonne kommt bestimmt die gute Laune zurück. Ich mag den Sommer ja auch lieber. Auf der Terrasse kann ich am besten arbeiten und hole mir gleichzeitig Vitamin D. Frische Luft ist gesund.

Mit der Zeit wird es also viel zu sehen geben. Kreative Handarbeiten sind nun einmal ein Teil meines Lebens.

 

 

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Daniela Schurig