Hunde vegan ernähren?

VonDaniela

Hunde vegan ernähren?

Über nichts wird mehr gestritten als über die Ernährung der Hunde und Katzen. Besonders dann, wenn man den Hunden „Fleisch vorenthalten möchte“.

Hunde vegan ernähren? Ist das wirklich möglich? Ist es gesund? Oder ist es Tierquälerei? Gibt es gute Gründe, auf eine solche spezielle Ernährungsfür zu gehen? Eventuell doch nur die ethische Einstellung des Besitzers?

Schauen wir uns gemeinsam dieses Thema intensiver an.

Hunde vegan ernähren ist Tierquälerei?

Kann man das eigentlich so pauschal sagen?

Was wenn ein Hund eine Unverträglichkeit auf sämtliche verfügbare Proteinquellen hat? Sollte man dann diesen Hund einschläfern? Oder ist eine angepasste Ernährung dann vielleicht sinnvoll?

Wenn der Hund nun einen Erkrankung von zum Beispiel der Leber hat oder der Niere? Kann es nicht Sinnvoll sein, auf tierische Produkte zu verzichten? Hilft es nicht dem Körper, wenn bestimmte Bestandteile in der Nahrung gesenkt werden?

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Veggi als Hundefutter?

Es ist nicht immer eine Frage der Ideologie oder der ethischen Einstellung. Manchmal hat es eine Grund, der all diese Punkte überwiegt. Ich denke, dass niemand seinen Hund schaden wird. Es ist auch nicht unter Strafe gestellt – auch nicht in England.

In dem deutschen Tierschutzgesetzt ist der Passus enthalten:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen muss.

Dieses befinden sich im Paragraph 2. Es sagt aber nicht, dass ein Hund deswegen mit viel Fleisch oder tierischen Produkten gefüttert werden muss.

Beziehen wir uns hier auf den Punkt „Bedürfnissen“. Der Hund hat keinen Bedarf an Lebensmitteln, sondern einen Bedarf an Nährstoffen. Diese Nährstoffe müssen dem Hund in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden, damit es weder zu seinem Mangel noch zu einem Überschuss kommt. Wenn ich diesen Punkt nicht vor Augen habe, ist es Tierquälerei. Allerdings nicht nur bei einer veganen Ernährung von Hunde, sondern generell.

Ich sehe tatsächlich viele Rationen für Hunde, welche nicht besonders ausgewogen an Nährstoffen sind und Tag ein und Tag aus genau so gefüttert werden. So entstehen nach spätestens 4 Woche Mängel. Diese passiert auch recht häufig, wenn es um Schonkost oder Ausschlussdiäten geht. Aber auch, wenn Tierhalter ein Hundefutter ohne synthetische Zusätze füttern und dabei die Abwechslung vergessen oder nur eine Sorte füttern, weil der Hund nur noch diese eine Sorte verträgt.

Kann man Hunde vegan ernähren?

Ja kann man! Man muss tatsächlich – wie auch beim Menschen – einige Punkte beachten. Man wird nicht um eine entsprechende Ergänzung herum kommen. Gerade Vitamin B12 ist nur in tierischen Lebensmitteln enthalten und muss zwingend ergänzt werden.

Proteine kann man aus verschiedenen pflanzlichen Nährstoffengruppen sehr gut bekommen. Gerade Hülsenfrüchte, Tofu oder Tempeh sind da gut geeignet.

Kohlenhydrate kann man aus vielen Getreidesorten und Getreideprodukten gewinnen.

Es gibt auch sehr „fette“ Pflanzen, so das auch Fett nicht das Problem wäre. Hier muss man aber auch wissen, dass der Stoffwechsel sehr schlau ist und überschüssige Kohlenhydrate, als „Fett“ speichert.

Gewichtsreduktion durch veganes Hundefutter?

Viele Hunde haben etwas mehr auf den Rippen – meiner hat auch wieder zugenommen und war zwischenzeitlich auf 14,3 Kilogramm. Das ist etwas viel, auch wen wir immer um die 13,5 – 13, 9  schwanken. Nach nur einer Woche mit einer veganen Ration waren 500g runter und das mit voller Nährstoffdeckung.

Natürlich muss man die Bewegung erhöhen. Selbstverständlich muss ich auf die Energiedichte des Futters achten und darauf, dass – rechnerisch – mehr Energie verbraucht wird, als aufgenommen. Das kennen wir ja auch von uns Menschen.

Vegan und die Umwelt

Vegan ist nicht immer direkt gut für die Umwelt oder die Ökobilanz. Viele greifen auf Superfoods aus Übersee zurück. Dass reduziert zwar den verbrauch an Fleisch und hat eventuell einen Einfluss auf die Tierhaltung. Allerdings nicht auf den ökologischen Fußabdruck.

Oder auch die Problematik mit den eigenen Ausnahmen. Da wird auf die Verwendung von Palmöl geschimpft, aber auf das eigene Nutella am Morgen möchte man nicht verzichten, aber das einen Glas fällt ja auch nicht ins Gewicht.

Ich selbst schaue lieber auf regionale und saisonale Produkte, baue selber das eine oder andere in Pflanzkübeln an.

Wir reduzieren generell den Konsum von tierischen Produkten und achten bei den genutzten Produkten auf die Herkunft. Ja bei uns gibt es auch kein Gemüse aus Spanien oder Italien, auch wenn es noch Europa ist. Der Grund liegt nicht daran, dass es Transportwege hat, sondern eher darin, wie mit den Arbeitern umgegangen wird.

Vegan ist ja im Grunde nicht nur eine Ernährung, sondern das gesamte Leben. Für die meisten Menschen hat „Vegan“ eben die Bedeutung ohne Tier.

Werden Hunde älter und gesünder, wenn sie vegan ernährt werden?

Diese Frage bekomme ich – neben der Aussage: „Hunde vegan zu ernähren ist Tierquälerei“ – häufig zu hören. Eigentlich kann man diese nicht so wirklich beantworten. Die einen sagen ja, die anderen bestreiten es.

Ich für mich sehe eine solche Ernährungsform als dauerhafte Fütterung nur im Krankheitsfall als erstrebenswert. Also wenn wirklich einen Allergie auf alle tierische Nahrungslieferanten vorliegt oder wenn Leber bzw. Niere so angegriffen sind, dass es ratsam ist. Dieses kommuniziere ich auch in meinen Beratungen als solches.

Eine vegane Ernährung als Kur von 4 Wochen kann sehr nützlich sein, da es Leber und Niere entlastet. Durch diese Entlastung wird die Gesundheit gefördert und erhalten. Gerade wenn viele medizinische Behandlungen nötig waren oder sind. Mein Hund hatte im Alter immer wieder Probleme und hat sein normales Futter immer weniger vertragen. Rein pflanzliche Nahrung, hat er aber um einiges besser vertragen und so konnten wir ihm gut helfen. Besonders in akuten Phasen.

Einen oder zwei Tage  ist eine vegane Ernährung bei Hunden nicht dramatisch oder gar schädlich. Gerade bei Gewichtsproblemen kann es helfen. Ich ziehe dieses einem Fastentag vor. So bekommt der Hund immer noch Nährstoffe und Energie und der Stoffwechsel bekommt die Chance sich zu regenerieren und der Körper wird dennoch entlastet.

Dieser Punkt mit Entlastung ist natürlich für die Gesundheit sehr wichtig und kann darüber auch zu einem gesünderen Leben führen. Ein gesündere Leben kann natürlich selbiges Verlängern. Wissenschaftlich ist es noch nicht ganz so weit belegt. Hier wird aber entsprechend von allen Seiten geforscht. Den Forschungen von Peta glaube ich nicht immer so, denen mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen schon um einiges mehr. Beide Gruppen haben ihre Berechtigungen.

Wo ist nun das Geheimnis?

Im Grunde gibt es keines. Diese Ernährungsform ist einfach nur kontrovers diskutiert. Nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Kindern. Dabei ist es ganz einfach.

Einen rein pflanzliche Ernährung kann ungesund sein oder eben sehr gesund.

Es kann nicht alle Nährstoffe decken, weil manchen eben nur in großen Mengen in tierischer Nahrung vorkommen. Bei einer dauerhaften Nutzung dieser Form der Ernährung muss man zwangsläufig auf Nahrungsergänzungsmittel zurück greifen. Bei einem Tag in der Woche ist es natürlich nicht nötig. Hat man eine Kur von einem Monat geplant, sollte man zumindest die Nährstoffe im Auge behalten. Manchmal ist es ratsam direkt zu substituieren.

Persönlich kann ich nur sagen, dass einen ovo – lacto – vegetarische Kost für den Hund zu bevorzugen ist. Hier sind noch tierische Proteine durch Ei und Milchprodukte enthalten. Doch dazu werde ich in dem Artikel „Vegetarisches Hundefutter“ noch genauer eingehen.

Fakt ist, dass ein veganes Hundefutter keine Tierquälerei ist, wenn es richtig zusammengestellt ist. Dabei ist es egal ob dieses Hundefutter nun aus einer industriellen Herstellung stammt oder es sich um einen selbstgemachte Ration handelt. Es ist genauso unumstößlich, dass niemand gezwungen wird, seinem Hund eine pflanzliche Nahrung anzubieten.

Allerdings brauchen wir schon ein Umdenken. Besonders wenn man sich die Entwicklung der Preise anschaut. Gerade Fleisch ist teuere geworden, wie auch viele andere Lebensmittel. zur Diskussion steht, dass der Mehrwertsteuersatz für tierische Produkte auf 19% gehen soll. Damit würde Fleisch den Nonfood Produkten gleichgestellt. Zum einen lässt dieser Schritt dann hoffen, dass der Erzeuger – also das unterste Glied in der ganze Kette – besser bezahlt wird. Auf der anderen Seite wird Fleisch dann wieder zu einem Artikel, der nicht mehr so in großen Mengen gekauft wird. Damit wird sich die Anzahl der gehaltenen Tiere minimieren.

So kommen wir – wenn wir die Anschauung auf den Hund nicht ändern – zu dem Problem der Nahrungskonkurrenz. Aus der menschlichen Produktion fallen weniger Abschnitte an, welche gern für das Hundefutter verwendet werden. Diese Abschnitte sind auch bei vielen BARF Händlern zu finden. Ganze Tiere einzukaufen und zu Tierfutter zu verarbeiten wird um einiges teurer. Schon jetzt suchen Menschen ein neues Futtermittel, weil das Gewohnte die Preise erhöht hat.

Ein VeggiTag kann den Geldbeutel entlasten und ist immer noch gesund. Es gibt also keinen Grund für eine pauschale Verurteilung. Wir sollten uns Alternativen öffnen und uns auf die Anfänge der Domestizierung der Hunde besinnen. Dort begannen die Hunde sich zu verändern und sich anzupassen, auch an die Nahrung. Sie fraßen die Reste aus der Siedlung und später die Reste der Menschen, bei denen sie im Haus und auf dem Hof lebten.

Ihr möchtet wissen, wie eine vegane Ration für euren Hund aussehen kann? Nehmt gern mit mir Kontakt auf. Katzen kann man nicht pflanzlich ernähren. Im Gegensatz zum Hund, sind sie noch sehr nahe an ihrem Ursprung und haben kaum einen Anpassung an den Menschen in dieser Richtung vollzogen.

 

 

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Über den Autor

Daniela administrator

Jahrgang 1974 Ausbildungen zum: - THP - Tiertherapeut - Naturheilkundeberater - Bachblütenberater - Ernährungsberater Hund und Katze Ansprechpartner für: - Thermomix - Emmi Ultrasonic (EmmiPet, EmmiDent, EmmiSkin - AniFit.

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    Daniela Schurig - Ernährungscoach