Futtermittelanalyse

Welche Fragen stellen Sie sich, wenn sie ein Futtermittel in die Hand nehmen? Worauf achten Sie? Was ist Ihnen wichtig? Worauf achtet der Ernährungsberater, wenn er sich ein Futtermittel anschaut?

Futtermittelanalyse – Die analytischen Daten

Die Daten von Rohprotein, Rohasche, Rohfett, Rohfaser und der Feuchtigkeit ergeben einen ersten Überblick auf die Zusammensetzung. Mit diesen Daten kann man den Gehalt an Kohlehydraten errechnen und den Energiewert des Futters ermitteln.

Mit dem Energiewert kann man die optimale Fütterungsmenge herausfinden. Sehr häufig passt die Fütterungsangaben nicht zum Hund. Bei Trockenfutter ist es gern einmal zu viel. Die Angaben von Feuchtfutter ist oft zu niedrig.

Man kann am Verhältnis von Rohasche zu Proteinen auf die biologische Wertigkeit schließen und der der Faseranteil sagt etwas über die zu erwartende Kotmenge aus.

Aus diesem Grund fällt mein erster Blick immer auf diese Daten.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe?

Sind diese in dem Futter enthalten oder nicht?

Es ist an der Stelle eine persönliche Einstellung, ob man diese im Futter habe möchte oder nicht. Sie sind keine Pflicht. Allerdings wird dann gern mit der Deklaration etwas gespielt.

Ist ein Futter als Alleinfutter deklariert, sollten diese Stoffe vorhanden sein, denn dann kann ein Futter und nur dieses eine Futter Tage ein und Tag aus gegeben werden. Sind diese Stoffe nicht vorhanden sein, muss man sehr genau in die Zutaten schauen, aber meist sind es dann Ergänzungsfutter. Es müssten als Nährstoffe über einen längeren Zeitraum ergänz werden.

Futtermittelanalyse – die Zutaten

Hier wird es dann interessant. Die meisten Menschen schauen hier zu erst drauf und entscheiden dann schon an dieser Stelle.

Ich als Person und als Ernährungsberater schaue mir diese Daten immer als letztes an. Der Grund dafür ist: wenn die Fütterungsmenge schon zu sehr abweicht oder ich zu viel zusetzen muss, damit es für meinen Hund passt, dann steigt vermutlich auch der Preis und ich komme günstiger ein anderes Futter zu wählen, wo es vielleicht bessere Werte gibt.

Die Zutatenanalyse beginnt damit, ob die Deklaration geschlossen, halboffene oder ganz offen ist. Je offener die Deklaration desto besser kann man den Inhalt in seinen Bestandteilen nachvollziehen.

Was steht an erster Stelle? Wie ist die Prozentaufschlüsselung? Sind systemischer Zusatzstoffe (also Kräuter oder ähnliches) enthalten? Welche pflanzlichen Quellen wurden verwendet? Passen die Analysedaten zu den Zutaten?

Es sind viele Kleinigkeiten, die viel aussagen können.

Futtermittelanalyse

Was berät uns die Verpackung

Persönliche Einschätzung in der Futtermittelanalyse

Am Ende kommt natürlich meine persönliche Einschätzung dazu.

Jeder Berater oder Coach hat eine andere Einstellung und ein anderes Vorgehen in der Analyse. So wird es auch immer zu unterschiedlichen Bewertungen und Empfehlungen kommen.

Ein „Ernährungsberater“ von einem Direktvertrieb wird natürlich immer sein Futter positiv bewerten, während jemand unabhängiges dort eine ganz andere Sichtweise hat und weiß, dass es nicht unbedingt optimal ist. Das ist nichts schlimmes, wenn es sich nicht in ein gesundheitliches Problem verschieben könnte.

Für wen eignet sich die Futteranalyse?

Die Analyse eines Futtermittels eignet sich für jeden, der einen bestimmten Anspruch hat und sich nicht sicher ist, ob es passt. Für jemanden der vielleicht seinen ersten Hund hat und nur das beste möchte oder nicht weiß wo man beginnt. Für den, der im Handel mit den Futtermitteln überfordert ist und gar nicht weiß, worauf er nun genau achten soll oder was nun wirklich wichtig ist.

Gerade auf Facebook wird häufig nach Empfehlungen gefragt. Nicht gerade selten werden Futtermittel empfohlen, wo man schon auf dem ersten Blick sagt, dass das Futter nicht zu empfehlen ist. Meist in dem Fall des Fragenden, aber auch generell nicht. Dabei ist es inzwischen schon egal, ob es sich um eine „Futtermittelanalyse Hund“ und „Futtermittelanalyse Katze“ handelt.

So kommt es nicht selten vor, dass einem Hund mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung geraten wird, das tierärztlich verordnete Futtermittel nicht zu füttern und lieber eines – meist aus dem eigenen – Direktmarketing mit völlig gegensätzlichen Werten empfohlen, wo es nicht zu einer Verbesserung der körperlichen Situation gekommen wäre.

Auch häufig in der Futtermittelanalyse für Hunde und Katzen  ist die Frage nach der Fütterungsmenge. Das ist nicht so schlimm. Aber wenn man von einem Futtermittel statt der angegeben 300 – 400g  sondern fast 800g füttern muss, wäre schon eine Hausnummer. Dies wäre nicht bedarfsdeckend, weder an der Energie noch an den Nährstoffen. Der Hund würde unweigerlich abnehmen. 

Es ist auch immer problematisch, wenn ein Futter für einen Erwachsenen Hund / Katze für ein Welpen / Kitten empfohlen wird. Dieses ist auch nicht bedarfsdeckend. Neben der reine Analyse des Futtermittels käme an dieser Stelle ebenso eine „Rationsprüfung“ oder eine „Futterplananalyse“ eine Möglichkeit. Alternativ auch ein „Futterplan erstellen oder anpassen“

In der Erstellung bzw. Anpassung wird gibt es ja nicht nur eine Auswertung einer Futteranalyse, sondern es wird genau geschaut, was wie gefüttert werden kann, damit das Tier keinen Schaden nimmt oder die Genesung unterstützt wird. 

Im Grunde gibt es für jede Frage die passende Analyse und Beratung / Coaching. Fragen Sie bei Facebook, werden Sie auf eine Frage bestimmt (gefühlt) 100 Antworten bekommen. Fragen Sie einen Berater / Coach bekommen Sie genau eine Ansicht / eine Meinung. Welchen Berater / Coach Sie für die Futtermittelanalyse ihr Vertrauen schenken, liegt ganz bei Ihnen. 

Selbst verständlich können Sie sich auch Ihre eigene Bewertung entwickeln. Denn nur Sie wissen, was sie eigentlich im Futter haben möchten. Was ich auf keinen Fall füttern oder empfehlen würde, kann ja für Sie sehr wichtig sein. Umgedreht sieht es genauso aus. Vieles finden Sie im Internet, besonders was die Rechnungen angeht. Gern unterstütze Sie dort in einem einmaligen Coaching, damit Sie einmal mit mir zusammen, sich die möglichen Seiten anschauen, wissen wie Sie vergleiche anstellen und was welche Deklaration bedeutet. 

Wenn Sie sich bei einem Futter nicht sicher sind, schauen Sie vielleicht auch regelmäßiger im Blog vorbei. Vielleicht habe ich das Futtermittel schon einmal getestet. Mit der Zeit werde ich über das eine oder andere Futter berichten und meine Meinung teilen. Inklusive Auswertung der Futteranalyse.

Die Futtermittelanalyse für Hund und Katze sind kein Hexenwerk. Zahlen müssen einem keine Angst machen. Sie sind nur ein kleiner Teil der Fütterung und es braucht keine große Anstrengung. Wenn man seine eigenen Werte im Kopf hat, dann ist ein Futter im Markt sehr schnell analysiert und das völlig ohne Internet und Taschenrechner. 

Daniela Schurig - Ernährungsberatung / Ernährungsoaching