Ich barfe mit Fleisch und nicht mit Abfall

VonDaniela

Ich barfe mit Fleisch und nicht mit Abfall

Ein Satz der mich nicht nur nachdenklich gemacht hat, sondern auch erschüttert. Aber was ist Barf und welches Konzept steht dahinter? Wie macht man es richtig und gibt es ein falsch? 
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Zur Vorgeschichte

In einer der unzähligen Thermomixgruppen auf Facebook gab es die Frage, ob der TM auch Knochen Schreddern kann. Diese Antwort bleibe ich an dieser Stelle einfach mal schuldig.

Darauf ist eine Diskussion entbrannt, dass man einem Hund oder einer Katze keine Knochen füttern dürfe. Zum einen wegen der Gefahr zu splittern und zum anderen weil die nicht verdaut werden könnten.

Splittern ja, diese Gefahr besteht immer. Das kann unter Umständen auch bei weichen Knochen vorkommen.

Nicht verdauen können Jein. Es gibt bestimmt Hunde denen ich keine Knochen füttern würde, weil der Magen – Darm – Trakt dort Probleme zeigt und sehr sensibel ist. Da macht es dann Sinn, auf Ersatzprodukten auszuweichen.

Warum mich der Satz so erschüttert hat

Leider kommt es noch sehr häufig vor, das Barf – als Konzept – mit einer Rohfütterung gleichgesetzt wird. Beides ist grundverschieden und kann zu Problemen in der Gesundheit führen.

Barf ist ein Konzept, welches am einfachsten mit einem Baukasten zu vergleichen ist. Das Tier bekommt Fleisch, fleischige Knochen, Innereien, Fett. Gemüse und Obst in ziemlich festgesetzten Anteilen in den Napf. Man geht davon aus, dass der Hund im groben mit allem versorgt wird, was er benötigt. Nur noch wenige Dinge im Bereich der Mineralien und Vitamine muss eventuell ergänzt werden.

Es gibt noch die Möglichkeit Getreide oder Getreideprodukte dazu zu füttern. Hier verändern sich meist nur die Gruppen – also die tierischen und pflanzlichen Bestandteile. Die prozentuale Einteilung in den Gruppen bleibt identisch.

Wenn nun jemand Knochen als Abfall bezeichnet und sagt er Barfe mit Fleisch und eben nicht mit Abfall, dann frage ich mich, ob neben dem Fleisch noch Innereien enthalten sind oder ob es reines Muskelfleisch ist. Ich frage mich dann auch, ob die fehlenden Komponenten dann wenigstens ergänzt werden.

In dem Zusammenhang konnte ich leider nicht mehr nachfragen oder aufklären, weil die Kommentarfunktion schon geschlossen wurde.

Barf und seine Strömungen

Im Barf gibt es inzwischen einige Strömungen. Es gibt Prey, Frankenbarf, das klassische Barf, Trockenbarf, Fertigbarf, Ergänzungsbarf und Teilbarf.

Prey und Frankenbarf werden gern einmal in eine Nische gesteckt. Dabei wird in der einen Richtung wirklich das ganze Tier – zum Beispiel eine Ratte, ein Kaninchen, ein Huhn oder auch anderes in einem Stück gefüttert. Frisch geschlachtet und mit allem drum und dran. Während man im Frankenbarf eher die Teile von Tieren zusammenstellt und füttert. Hier ist allerdings kein Gemüse oder Obst dabei. Dafür gibt es eben Magen mit Inhalt.

Trockenbarf ist praktisch für den Urlaub. Alle Zutaten sind getrocknet und sollten vor der Fütterung gewässert werden. So muss man wenig Platz im Gepäck aufwenden, muss nichts kühlen und das Gewicht ist minimal. Meist finden wir die Produkte luft- oder gefriergetrocknet.

Ergänzungsbarf ist eigentlich schon eher in die Rohfütterung einzugliedern. Die Tiere vertragen zum Beispiel nur sehr schlecht Innereien und bekommen bei der „normalen“ Menge Durchfall oder es muss aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichtet werden. Dann wird Muskelfleisch als Ersatz genommen und damit es mit den Mineralien und Vitaminen passt mit Nahrungsergänzungen gearbeitet.

Fertigbarf ist ein bisschen wie Dose. Man bekommt alle Zutaten in der richtigen Menge und auf einen gewissen Bedarf ergänzt fertig verpackt. Bei manchen fehlen dann schon mal die Ergänzungen, dann wird geraten verschiedene der Produkte zu füttern. Bei manchen sind abgemüdete und Albatrosse schon enthalten, bei anderen muss man sie noch hinzufügen. Ober eben nur das Öl. Es gibt sie gefroren, getrocknet oder auch frisch angeboten .

fertiges Barf

fertiges Barf als Menü oder auch Fertigbarf

Das klassische Barf ist unser Baukasten. 70 -80% tierische Produkte aufgeteilt in die einzelnen Bestandteile wie Fleisch, Rohfleischknochen, Innereien, Pansen, Blättermagen und eventuell Fett. die 20 – 30% verteilen sich auf Gemüse, Obst und Getreide/Getreideprodukte.

Eines haben alle Strömungen gleich

Die Fütterungsmenge wird zum einen nach dem Gewicht und zum anderen nach der Aktivität bestimmt.

Bei Hunden im Wachstum oder bei Krankeiten fallen die Ansprüche an die Zusammenstellung der Ration noch einmal anders aus. Hier reicht es oft nicht aus, einfach mehr zu füttern. Hier muss man schauen ob und was ergänzt werden muss. Zum Beispiel im Wachstum sollte man einfach genauer auf Calcium schauen.

Eine Besonderheit nimmt hier das Teilbarf ein. Dies bedeute dass Barf eben ein Teil einer Mischfütterung ist. Sei es nun, dass eine Ration durch eine andere Fütterungsform ersetzt wird oder nur an einigen Tage in der Woche eine Fütterung mit Barf vorgenommen wird.

Hier muss man immer einen Blick auf die gesamte Fütterung von mindestens einer Woche werfen, um eine Aussage treffen zu können, ob der Hund nun über oder unterversorgt wird.

Barf – Kein Hexenwerk

Barf ist ein festes Konzept, welches sich über die Jahre und Jahrzehnte entwickelt hat. Es ranken viele Mythen um die Fütterungsform und genauso viele Fehlerquellen, die Barf in all seinen Strömungen tatsächlich gefährlich werden lassen.

Wenn man sich ein wenig mit dem Konzept als solches beschäftigt, dann ist es kein Hexenwerk mehr. Zum Beispiel bietet die Dogtisch Academy einen wirklich guten Kurs zu dem Thema Barf an. Hier lernt man wirklich von Anfang an, wie es richtig geht und auf was man achten muss. Auch wie man die Rationen berechnet und was man vielleicht wie ergänzen muss oder kann. Ich kann es nur empfehlen, wenn man es wirklich sehr genau wissen möchte. 

Frau Dr. Julia Fritz bietet auf Ihrer Seite „futter-rechnen.de“ einen wirklich brauchbaren Barfrechner an. Hier muss man immer etwas schauen, ob es wirklich im klitzekleinen passt. Aber im Groben sind die Ergebnisse passend. Gut ich gehe da noch etwas genauer, tiefer und individueller hinein, aber das kann kein freiverfügbarer Rechner leisten. 

Es gibt noch einige andere Rechner, bei dem einen oder anderen Barf – Anbieter. 

Sie benötigen Hilfe oder Beratung?

Sie möchte wissen, ob ihre Barfration passt oder sie würden gern Barfen haben bereits alles berechnet, trauen sich aber noch nicht ganz? 

Kontaktieren Sie mich. In einer Beratung erstelle ich für Sie den passenden Plan so, wie sie es möchten (natürliche Ergänzungen oder Komplettergänzungen) damit ihr Hund über eine Woche seinen Bedarf an Energie und Nährstoffen erhält. Im Coaching gehen wir das Thema der Umsetzung gemeinsam an und schauen, wo man noch was verändern oder anpassen kann. Hier ist das Ziel, dass es sich für Sie richtig anfühlt und sie keine Unsicherheiten in der Rationsgestaltung oder Fütterung mehr haben. Hier arbeiten wir mit ihrem Wissen und bauen dieses weiter auf.

Im Fazit

Wer also sagt, er barfe mit Fleisch und nicht mit Abfall oder dass Barf ja ganz einfach sein, weil einfach nur etwas Fleisch und Gemüse in den Napf, hat das Konzept noch nicht richtig betracht oder verstanden.

Beim Barf gibt es keinen Abfall. Innereien und Knochen sind kein Abfall, genauso wie Haut oder Hufe/Krallen kein Abfall sind. Schon allein aus dem Grund der Nachhaltigkeit gibt es bei einem Schlachttier keinen Abfall. Wir können das gesamte Tier verwerten und sollten wieder zu dem „Nose to tail“ – Ansatz zurückkehren, welchen unsere vorfahren schon lebten. Innereien und Knochen gehören zum Barf dazu, sie liefern Nährstoffen, die der Organismus dringend benötigt. 

Nur Fleisch und Gemüse macht also auch keine ausgewogene Ration und widerspricht dem Gedanken und dem Konzept von Barf. Diese geht nur, wenn man die entsprechenden Ergänzungen verwendet. 

Auch wenn viele Menschen es noch belächeln oder nicht so ernst nehmen: Welpen und Kitten stellen andere Anforderungen an die Halter, wenn diese von Anfang an Barf als Ernährungsform wählen. Hier kann ich nur raten, sich nicht auf die Ratgeber zu verlassen, welche sagen, dass eine erhöhte Futtermenge völlig ausreichend sei. Die kleine Würmchen sollen ja gesund und mit dem richtigen Nährstoffcocktail groß werden. 

Ebenso ist es bei Erkrankungen. Nicht immer muss man direkt auf das rohe Futter verzichten. Manchmal kann man mit kleinen Anpassungen schon viel erreichen, um die Lebensqualität zu verbessern. Heilen werden wir auch mit der Anpassung nichts können. Wir können mit der Nahrung nur unterstützen. 

Ich bin zwar gern mit Zahlen beschäftigt, aber bei weitem nicht immer so verbissen, dass es wirklich auf das Microgramm genau jeden Tag passen muss. Aber über eine Woche oder mindestens über einem Monat sollten die Werte schon passen. Das ist mit etwas Abwechslung in den Zutaten eigentlich ganz gut zu schaffen. 

Da noch nie ein Meister vom Himmel gefallen ist, scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten, damit jemand von aussen einmal drauf schaut. Nur so kann eine gute Gesundheitsvorsorge gewährleistet werden und wir möchten unsere Lieblinge doch lange gesund bei uns haben. 

Über den Autor

Daniela administrator

Jahrgang 1974 Ausbildungen zum: - THP - Tiertherapeut - Naturheilkundeberater - Bachblütenberater - Ernährungsberater Hund und Katze Ansprechpartner für: - Thermomix - Emmi Ultrasonic (EmmiPet, EmmiDent, EmmiSkin - AniFit.

    Daniela Schurig - Ernährungsberatung / Ernährungsoaching
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