Allergie und Unverträglichkeiten

Immer mehr Hundehalter klagen über einen Allergie bei ihrem Hund. Gerade auf Futtermittel reagieren immer mehr Hunde und Katzen inzwischen „allergisch“. Ebenso auf ihre Umwelt, Pflegeprodukte, Medikamente oder vieles mehr.

Aber sind es immer Allergien? Oder steckt vielleicht ein anders Phänomen dahinter? Warum werden diese Symptome immer häufiger oder besser, warum leiden so viele Hunde darunter?

Wie unterscheidet sich eine Allergie von einer Unverträglichkeit?

Im Grunde ist es ganz einfach.

Bei einer Allergie reagiert immer das Immunsystem mit seinen Immunglobulinen. Sie haben immer eine tiefergehende körperliche Reaktion. In der Regel treten die Symptome innerhalb weniger Minuten auf. Aber es kann auch durchaus 72 Stunden dauern, bis eine sichtbare Reaktion auftritt.

Eine Unverträglichkeit ist in den Symptomen einer Allergie sehr ähnlich, aber sie haben einen Reaktion mit Immunglobuline. Die Symptome sind meist harmloser. Allerdings kann sich mit der Zeit eine Allergie aus dieser entwickeln.

Ein Allergietest ist durchaus möglich. Alldings ist der „Hund Allergietest“ genauso umstritten, wie der bei einem Menschen. Die Allergie ist nicht weg, aber man hat eine überblick. Ich persönlich mag den Bluttest. Diesen muss man allerdings lesen können.

Ich hatte schon oft verzweifelte Menschen bei mir, die der Meinung waren, dass Ihr Hund laut dem „Hund Allergie Test“ auf alles reagiere und man nicht mehr wisse, was man füttern könne. Ein Blick auf den Test sagte dann aber, dass der Hund wirklich nur auf sehr wenig wirklich allergisch reagiert, dafür aber bereits mit sehr vielen Lebensmitteln Kontakt hatte. 

In der Gesundheitsberatung auf meiner zweiten Seite beschäftigen wir uns mit der Beratung zu möglichen diagnostische Schritten. Diese sind unter Umständen sehr vielfältig.

 

Die Gesundheit in der Unverträglichkeit bei Hunden

Leider ist es so, dass viele Menschen gar nicht mehr auf die Ursachen schauen.

Der Hund gerät in eine Futtermittelunverträglichkeit und es wird nach einem neuen Futtermittel gesucht. Dazu wird dann Facebook befragt, was denn gut verträglich wäre. Das ist meist der Beginn eines Kreislaufes, der alles nur noch schlimmer macht.

Im Grunde sollte man sich auf die Suche nach der Ursache machen und nicht einfach nur nach „Hund Allergie Symptome“ googlen.

Gerade das Kratzen, der Durchfall oder die Entzündungen der Haut könne viele Ursachen haben. Eine davon wäre der Darm und eine weitere in der Folge die Leber. Auch die Niere wird in der Folge sich auffällig zeigen. Gerade Juckreiz ist ein Symptom für diese Organe – unter anderem.

Allergie Hund Unverträglichkeit Hund

Der Darm im Gesehen

Eine einseitige oder sehr fleischlästige Ernährung fördert eine sogenannte Dysbiose.  Es ist eine Veränderung der sogenannten Darmflora (eigentlich Darmbiom). In den meisten Fällen ist es so, dass die pathogenen Keime überwuchern und die Guten zurückdrängen. Eine Folge sind neben den typischen Entzündungsgeschehen auch das sogenannte Leaky Gut Syndrom.

Hierbei wird der Darm löchrig und lässt zu große Nahrungsbestandteile in die Blutbahn. Hier wird zum einen die  Leber gefordert und zum anderen markiert das Immunsystem nach und nach ungefährliche Stoffe als Feind – so bilden sich Allergien.

Lässt man nun ein Futtermittel weg und wechselt ungesehen auf das nächste Futter, wird es nur kurzzeitig erfolg bringen. Denn die neuen Lebensmittel – hauptsächlich die Proteine – werden aufs neue markiert. Der Körper wird über kurz oder lang neue Symptome ausbilden und geht unter Umständen in eine atopische Dermatitis Hund hat sozusagen eine entzündete Haut, was unter anderem auch vom Kratzen kommt.

Aus diesem Grund ist es immer wichtig, den Darm als aller erstes zu unterstützen. Wenn der Darm sich stabilisiert und noch nicht dauerhaft geschädigt ist, beruhigt sich meist der Körper und es kann vieles wieder gefüttert werden, was der Hund vorher nicht vertragen hat.

Die Leber und die Niere …

Als Entgiftungsorgane sollte man diese immer mit dem Darm in einen Zusammenhang stellen. Es macht sind, eine Diät so aufzubauen, dass alle drei Organe entsprechend zusammen unterstützt werden. Dies kann auch prophylaktisch einmal im Jahr machen. Gerade wenn es um das Thema Ausschlußdiät geht, kann man dieses super zusammenbringen und den Hund in der Provokation ausarbeiten.

Diagnostisch gesehen …

Damit man aber dieses alles sauber zusammenbringen kann, benötigt es nicht nur die Symptome.

Ein Blutbild – ich bevorzuge ein geriatrisches Profil – kann Aufschluss über Entzündungen im Körper geben. Dazu bekommt man einen Überblick der Organe. Dies kann in vielerlei Hinsicht aufschlussreich sein. Besonders wenn man diese dann in einen Zusammenhang mit den Symptomen stellt. Als zweites das Allergieprofil. Davon gehen zwar die Symptome nicht weg, aber man kann wunderbar schauen, was der Hund wirklich nicht verträgt und welche Möglichkeiten man für eine Ausschlussdiät hat.

Ein Kotprofil hilft den Zustand der Kotflora zu bestimmen. Hier kann man allerdings auch direkt die Allergie und Leaky Gut mit testen. Aber auch den einen oder anderen Wert der Organe. Dies ist zum einen nützlich um zu wissen, wie man die Rationen gestalten kann, aber auch, was man vielleicht zu füttern kann um „Löcher“ zu stopfen.

Was ich kritisch sehe sind sogenannte Bioresonanz Haar- oder Speichelanalysen. Sie können einen Hinweis geben. Aber mehr auch nicht. Es gibt Testungen, da wurden zig organische Erkrankungen diagnostiziert und das passende Futter oder der einzige Futterzusatz direkt mitgebetet. Schade nur, dass es dann in einer weitergehenden Diagnostik nicht bestätigt werden konnte.
Nicht falsch verstehen, ich finde Bioresonanz durchaus nützlich, aber eben nicht als alleiniges Mittel und schon gar nicht wenn es als einziges Mittel über eine Distanz getestet wurde.

 

Was kann man bei einer Allergie tun?

Je nach stärke der Symptome macht es Sinn, wenn der Tierarzt dort symptomatisch behandelt. Sei es mit einem Antihistamin oder gar mit Kortison, um Entzündungen erst einmal entgegenzuwirken.

Im Anschluss empfiehlt es sich tatsächlich, eine unabhängige Ernährungsberatung aufzusuchen. Eine ordentliche Ausschlussdiät sollte an dieser Stelle gemacht werden. Diese macht man am besten mit frischen Zutaten. Etwas was der Hund definitiv noch nicht gefressen hat. Zwei Komponenten, keine Zusatzstoffe, keine Ergänzungen und keine anderen Leckerchen. Mit Fertigfutter ist eine solche Diät nicht möglich. Sie kann nur bedingt mit einigen wenigen Futtersorten durchgeführt werden und gibt keine absolute Sicherheit. Mit frischen Zutaten hat man einen sehr genauen Überblick.

Allergie Barf oder Fertigfutter

 

Fütterung bei Allergien oder Unverträglichkeiten

Viele Menschen möchte es einfach. Sie stellen sich eine Rohfütterung, Barf oder Kochen für den Hund zu schwer vor. Dabei ist es gar nicht der Fall. Es kann genauso einfach sein, wie eine Tüte oder Dose zu öffnen.

Dosen haben sogar noch den Vorteil dass man etwas mehr Abwechslung in die Fütterung bringen kann.

Bei einer Fütterung mit frischen Zutaten hat man noch mehr Einfluss. Man weiß ganz genau, was in welchen Mengen enthalten ist. Es gibt auch mit wenigen Lebensmitteln viele Kombinationen und damit Abwechslung für den Hund. Das macht nicht nur die Fütterung interessanter, sondern auch die Nährstoffversorgung ausgeglichener.

Wenn man sich unsicher ist, ob die Ration passt oder eine Plan benötigt, kann man mit einer Beratung sehr fahren. Es hilft nicht nur mit Ideen, sondern sorgt auch dafür, das die Fütterung bedarfsdeckend ist.

Wichtig ist zu sagen: Es macht keinen Sinn immer nach einem neuen Futtermittel zu suchen, was andere Hunde in der Situation gut vertragen haben.

Die Fütterung ist eine individuelle Angelegenheit. Der Hund muss das Futter mögen und mit Begeisterung fressen. Er muss es vertragen. Es muss finanzierbar sein. Die Fütterung muss sich gut in den Alltag integrieren lassen. Kurz um: Das Futter muss zu Mensch und Tier passen. Da gibt es kein richtig oder falsch, kein gut oder schlecht.

 

 

Allergien können nicht nur das Futter direkt betreffen. Es kann auch von den Näpfen (nicht nur beim Futter, sondern auch beim Trinken) ausgehen, von Putzmitteln, von Medikamenten, Pflegemittel, Parasiten, Pollen und vielen mehr.
So gibt es zum Beispiel bei der Futtermilbe immer noch den Tipp, dass Futter einzufrieren. Dass bringt leider nichts, weil Kot und Milben immer noch im Futter sind und so mit immer noch die Proteine aufgenommen werden können.
Bei Pollen, hilft nur ein kurzes Abduschen nach dem Gassi und eventuell das Meiden der Flächen, in denen es zu vermehrter Pollenaufnahme kommen kann.

Alles was ich hier zum Hund gesagt habe, trifft natürlich auf auf die Katze zu. Bei dieser ist es manchmal noch schwieriger herauszubekommen, besonders wenn das Tierchen ein Freigänger ist und noch woanders einen Futterquelle aufgetan hat.

Im Grunde kann man sehr gut mit einem allergischen Geschehen leben, wenn man weis worauf man reagiert und den Kreislauf durchbricht. Lasst euch helfen. Bucht eine Beratung. Sucht das Konzil zwischen Tierarzt, THP und Ernährungsberater. So kommt ihr schnell auf einen grünen Zweig, eurem Tier zu liebe. Es ist wirklich gar nicht so schwer, wenn man weiß wie, wo und was. Ich helfe euch gern. Gern auch im Coaching, wenn ihr schon eine Idee habt und euch nur noch ein kleiner Anschubes fehlt.

Bildquellen

Daniela Schurig - Ernährungscoach